Die Sofa-Trilogie (Reise zum Mittelpunkt des Sofas · Das Sofa schlägt zurück · Sofadämmerung) wurde vom Klappmaul Theater zwischen 1990 und 2005 produziert und aufgeführt; sie steht sozusagen stellvertretend für das 30jährige Gesamtkunstwerk des Ensembles.
Vom 30. März bis 8. April 2005 wurde die komplette Sofa-Trilogie für die Fernsehausstrahlung und DVD-Vermarktung aufgezeichnet. Die Produktion finanziert(e) die SOFA-FILM GBR, der Axel Gaube von der KaHouseProduction GmbH, der Film- und Fernsehregisseur Peter Schönhofer sowie Arik Zipser und Michael Kloss angehören.
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Siggi, ein Kissen wie andere auch, hat seinen Pips bei einer Kissen-
schlacht verloren. (Für ein Kissen ist der Pips, also der Zipp vom
Reißverschluß, nicht nur Schmuck und Zierde, sondern lebenswichtiger Bestandteil, ermöglicht er doch erst den Zugriff zum Innern – genauer zur Füllung!) Da der Pips offensichtlich durch die Ritze ins Innere des Sofas gerutscht ist, bleibt Siggi keine andere Wahl, als ihm dorthin zu folgen.
Im Inneren des Sofas (das viel größer ist als ein Außenstehender vermutet) begegnet er dem melancholischen Tapps, der den Überblick verloren hat und seinen Heimweg sucht. Da die beiden aufeinander angewiesen sind, beschließen sie, ihre Suche(n) gemeinsam fortzusetzen. Unterwegs schließt sich ihnen Rosa an, eine schrille, frankfordderisch babbelnde Bettworscht, die ihren Bezug verloren hat und nun unbedingt das Orakel (auch Viererzipfel genannt) über ihr weiteres Schicksal befragen will.
Nach langer Wanderung erreichen die drei Sucher erschöpft das Land der Troddeln (in anderen Gegenden als Schleuderquasten bekannt), wo sie in große Gefahr geraten, gefangen genommen werden und sich auf der Flucht verlieren. Schließlich gelangt Siggi in den geheimnisvollen goldenen Raum...
Siggi, das Sofakissen kehrt (fast freiwillig) ins Sofa zurück, um
seine Freunde Tapps und Rosa wiederzusehen. Doch im Sofa ist
vieles anders als vorhin: Die Troddeln rasen umher und zerstören vor Wut über den von Rosa geklauten Heiligen Schleier alles, was ihnen in den Weg kommt; heftige Sofabeben erschüttern immer wieder das Gefüge, verschließen alte Ausgänge und geben neue Zugänge frei; doch das Merkwürdigste: die Zeit tickt nicht mehr richtig...
Für Siggi beginnt erneut eine dramatische Suche, denn die Troddeln rauben seinen Pips und wollen ihn nur gegen den Heiligen Schleier wieder eintauschen. Den Schleier besitzt immer noch Rosa, aber sie hat mittlerweile einen besonderen Bezug zu dem Fetzen entwickelt und mag ihn nicht freiwillig wieder hergeben - auch nicht für Siggi. Die Freundschaft der Beiden wird auf eine harte Probe gestellt, und Tapps als Dritter im Bunde wechselt ständig die Fronten...
Ob Siggi Pips und Freundschaft retten kann? Was die Uhrmutter über den Zeitfluss weiß? Warum das Orakel Kopfschmerzen hat? Antworten auf diese Fragen und Fragen zu weiteren Antworten erhält man in diesem zweiten Teil der Sofa-Trilogie...
Siggi steigt noch einmal ins Innere des Sofas hinab. Doch seine
hehren Pläne „da unten aufzuräumen“ werden schon im Ansatz
erstickt: die vollständige Vertroddelung durch den Heiligen Schleier ist nicht mehr aufzuhalten, Freund und Feind sind kaum noch zu unterscheiden – und dann steht Siggi plötzlich vor einem übermächtigen Gegner, gegen den ihm keiner helfen kann und den er obendrein fast so gut kennt wie sich selbst...
Von den vielen Fragen (warum das Sofa bebt, wohin Rosa vom Zeitfluss getrieben wurde, wieso das Orakel sich selbst zitiert, weshalb Tapps im Museum nach seiner Vergangenheit sucht und wessen Trauerfeier in der Herzkammer stattfindet) soll hier nur eine beantwortet werden: Ja, der dritte Teil der Sofa-Trilogie ist auch der letzte.
(...) Dieses Spiel der Sofakissen, das sich Autor Michael Kloss ausgedacht hat, ist "echt super", ist geradezu grandios. Kinder (ab 6) amüsieren sich, Erwachsene schmunzeln und werden nachdenklich. Das Klappmaul Theater hat mit dieser "Reise" einen ganz großen Wurf in die Theaterlandschaft – und das für wirklich alle zwischen 6 und 99 – gesetzt. Je nach Reifegrad sieht man andere Teile, hört man andere kleine und große Wahrheiten, versteht man neue, freche, anzügliche, liebenswert verkündete Bosheiten, Wahrheiten, Nachdenklichkeiten. (...) Diese Ideenfülle von Stoff und Realisation ist umwerfend, traumhaft und beispielhaft... Ein Glücksfall im Entertainment für alle. akt, April/Mai 1991
(...) es (geht) den Klappmäulern nicht allein um spannendes Puppentheater, sondern um die spielerische Überwindung psychologischer Grenzen. Weshalb haben die einzelnen Lebewesen so ein unterschiedliches Zeitgefühl? Und warum hat man manchmal das Bedürfnis, etwas langsamer zu tun, nur um sich nicht selbst zu "verlieren"? Diese beinahe schon ins philosophische gehenden Fragen werden zwar nicht beantwortet, aber sie regen zum Nachdenken an. FAZ, 23.05.2000
Mit dem ersten Teil der Trilogie wurde 1990 das Theaterhaus (in Frankfurt) eröffnet. Zehn Jahre später kam "Das Sofa schlägt zurück" zur Aufführung. Den systematischen Abschluss und gleichzeitig die Abschiedsinszenierung der Klappmäuler bildet jetzt (2004) die "Sofadämmerung", an deren heikelster Stelle ein Albtraum inszeniert wird. (...) Das Spiel der Klappmäuler ist derart vielgestaltig und intensiv, dass es die Welt vor der Theatertür ausschließt. Das von vielen verblüffenden Effekten (...) flankierte Drama entwickelt eine Sogwirkung, die der Aufmerksamkeit des Betrachters den Fokus zwingend vorschreibt. Die kolossale Puppenstube im Theaterhaus besitzt Hegemonie. FR, 15.09.2004